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COVID-19 in Österreich: Trend der Grippe- und grippeähnlichen Erkrankungen der letzten Jahre auf Wochenbasis im Vergleich zu den positiv auf das SARS-CoV-2-Virus Getesteten pro 100.000 Einwohner (Details).

Systemrelevanz

Von Thomas Prochazka

Anfang November mußten die Theater, Opernhäuser und Museen in Österreich zum zweiten Mal in diesem Jahr zur Kenntnis nehmen, daß sie nicht »systemrelevant« sind. Ähnliches begab sich auch in anderen Teilen Europas. Und doch konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß einige Intendanten weniger über diesen Umstand als vor allem darüber erbost waren, daß ihre Institutionen in einem Atemzug mit Fitness-Studios, Kinos und anderen Orten des Lustgewinns genannt wurden.

Erinnern Sie sich noch an den April 2020? An den Mai? Ich weiß, das scheint lange her.

Trotzdem. Damals sprach man an höchster Stelle in dieser Republik jenen, die in den Supermärkten arbeiteten, die für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur sorgten, vor allem aber jenen, welche sich in den medizinischen und den Pflegeberufen tagtäglich der Ansteckungsgefahr mit dem SARS-CoV-2-Virus aussetzten, Dank und Anerkennung aus. Selbst die Tatsache, daß die Gehälter der Pflegehelfer, der Diplomkrankenpfleger und anderer dringend einer erwähnenswerten Erhöhung bedürften, um diese Berufe attraktiver zu gestalten, fand in ein, zwei Wortspenden Erwähnung.

En passant natürlich nur. Denn wie die bayerische Kabarettistin Monika Gruber treffend feststellte (ab 1:52 Min.), erkenne man die in den Pflegeberufen Arbeitenden daran, daß sie sehr verantwortungsvolle Tätigkeiten für sehr wenig Geld ausführten. Als ersetze das Wissen um ihre »Systemrelevanz« einen Gutteil des Lohns. Wo kämen wir denn schließlich hin, bezahlten wir die körperlich und psychisch mitunter ungemein schwere Arbeit in den Pflegeberufen besser?

Geändert hat sich seither — nichts. (Denn das groß hinauszuposaunen hätte man bestimmt nicht unterlassen.) Dabei wäre kurzfristige Abhilfe durchaus möglich: z.B. durch Umschichtung eines Teils der Gelder für die Parteienförderung. Laut einem Bericht des Kurier1 erhielten die politischen Parteien in Österreich 2019 Zuwendungen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene sowie für ihre Vorfeldorganisationen von über 200 Mio. EUR. Mit zwei Drittel dieser Summe pro Jahr ließen sich in den Pflegeberufen2 gewiß zusätzliche Stellen besetzen und finanzielle Anreize schaffen (z.B. Gehaltserhöhungen von bis zu 2.000 EUR jährlich).

Doch wenn’s an der eigenen Börse an den Kragen gehen soll, verkommen Sonntagsreden schon gerne einmal zu Lippenbekenntnissen. Dies für die Öffentlichkeit bloßzulegen ist ein Grund, warum Kunst und Künstler eben doch systemrelevant sind.

  1. »Förderung: Parteien erhalten 2019 über 200 Millionen Euro«, Tageszeitung Kurier vom 20. Jänner 2019, abgerufen am 14. De­zem­ber 2020: »Die Parteien erhalten heuer über 200 Mio. Euro von Bund und Ländern. Das hat ein Rundruf der APA ergeben. Rund 158 Mio. Euro macht die klassische Parteienförderung aus, dazu kommt Geld für Klubs und Akademien. […]«
  2. Laut Statistik Austria gab es 2018 in den Pflegeberufen 35.380 Vollzeitäquivalente (VZÄ) im stationären und 12.547 VZÄ im mobilen Bereich.

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